Das Kartenhaus beschäftigt sich mit der Verfolgung und Ermordung von Menschen mit Behinderung im Nationalsozialismus, dem Erinnern und dem Umgang mit der Geschichte. In dem Werk fragen wir uns auch, was die Geschehnisse von damals für uns heute bedeuten. Wir wollen die Vergangenheit erarbeiten, aber auch aufzeigen, wie der Euthanasiegedanke bis in die Gegenwart wirkt.

Das Thema Menschen mit Behinderung ist noch immer belastet mit negativer Konnotation und stereotypischen Zuschreibungen, deren Ursprung eben in der Ideologie dieser Zeit zu finden ist. Pränataldiagnostik und Kosten/Nutzenrechnungen bei Unterstützung und pflegerischer/pädagogischer Unterstützung bestimmen noch immer den Diskurs in der Praxis, während der Inklusionsgedanke vergleichsweise eher in der Theorie seine Wirkmächtigkeit entfaltet. Das Modell soll zeigen, wie einerseits Erinnerungen aufeinander aufbauen, aber auch zusammenfallen können, wenn wir Teilaspekte vergessen, verdrängen oder schlecht in der Gesellschaft verankern.

Die Kunstwerkstatt  sind 
Hilde Wittur, Lutz Marx, Wolfgang und Heidi Fassott, Veronika Patzuda, Maximillian Thieme, Tim Hartung, Herbert Mayer, Harald Krainer, Angelika Bartel, 
David Permantier, Eva Zulauf, Gisa Schrammel

Die Kunstwerkstatt der Lebenshilfe ist eine offene Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderungen die sich wöchentlich in der Berlinerischen Galerie trifft und Kunst zusammen macht.  Die Gruppe gibt es in wechselnder Besetzung seit 1996 und es wurden verschiedene Themen bearbeitet, im Fokus stand aber immer einen Ort für Austausch zu schaffen.