Ziele des Projekts:
Auf der Grundlage dieser gemeinsamen Analyse alternative Konzepte für die Gedenkarbeit mit Jugendlichen zu entwickeln
Kritisch zu untersuchen, wie in verschiedenen Regionen Europas an den Zweiten Weltkrieg, den Nationalsozialismus und den Kampf dagegen erinnert wird
Open Call
Wenn ihr in Deutschland, Belarus, Russland oder der Ukraine lebt und in der Gedenkarbeit aktiv seid oder euch dafür interessiert, macht bei unserem Projekt mit!

Inhalt des Projektes:
Zwei internationale Austauschaufenthalte in der Ukraine und in Deutschland, in denen ihr befähigt werdet, internationale Workshops und Begegnungen mit jungen Menschen zum Thema anhand von historischen Orten und der Arbeit von Aktivist*innen durchzuführen
Ein begleitendes Online-Workshop-Programm mit dem Ziel, eine multimediale Website zu erstellen, die sich mit den verschiedenen Erzählungen und Fragen rund um das Thema Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg auseinandersetzt
Die Erstellung einer Methodensammlung zur Verwendung in der Erinnerungsarbeit mit jungen Menschen
Die Entwicklung eigener Konzepte für Workshops und Jugendbegegnungen an Gedenkstätten
* Wenn es nicht möglich ist, zu reisen, werden die Teilnehmende auf der Grundlage eigene Ideen weitere Multimedia-Projekte durchführen. Wir werden auch mehrere kleine nationale Treffen in den Partnerländern organisieren.
Die Ausschreibung für das Projekt ist vom 9. bis 20. Juni geöffnet. Die Ergebnisse werden am 1. Juli bekannt gegeben. Alle Kosten der Reise werden von den Veranstalter*innen übernommen.
DEADLINE 20.06.2021
DIE ERGEBNISSE 01.07.2021
Die Reisen
Ukraine: Kiew, Riwne
30.08.2021 – 06.09.2021
Stadtrundfahrt durch die Erinnerungsorte von Kiew.
Treffen mit Expert*innen zur Reflexion von national dominierenden Narrativen, patriotisch geprägter Geschichtsschreibung und Feierlichkeiten als Form des Gedenkens.
Besuch des Weltkriegsmuseums ("Mutterland") zum Verständnis der historischen Eckpfeiler der NS-Verfolgung und deren Aufarbeitung.
Besuch der Ausstellung über den aktuellen Krieg in der Ukraine mit Austausch zu kriegskritischer und demokratiefördernder Pädagogik.
Eine zweitägige Reise nach Riwne, der Stadt, in der sich der Stützpunkt des Reichskommissariats in der Ukraine befand und deren Bevölkerung zu Beginn der Besatzung zur Hälfte jüdisch war. In den Jahren 1941-1942 wurden hier mehr als 25.000 Jüdinnen und Juden erschossen oder ins Ghetto verschleppt und getötet. Wir werden dort eine historische Stadtführung machen und am Workshop "Inklusive Gedenkstättenarbeit" teilnehmen.
Hier werden wir uns fragen, wie und mit welchen Mitteln jungen Menschen das Ausmaß der Menschenvernichtung bewusst gemacht werden kann. Anlass für diesen Diskurs ist eine Diskussion über das geplante "Baby Yar Holocaust Museum", ein kontroverses Projekt in vielerlei Hinsicht. Wir wollen hier auch über die Fragen "Wer sollte/hat das Recht zu gedenken?" und "Wem wird gedacht?" nachdenken. Gilt ein verantwortungsvolles Gedenken ausschließlich den getöteten Jüdinnen und Juden oder allen Getöteten - auch den ukrainischen Nationalisten, die zum Teil Hitler unterstützten und mit der Besatzungsverwaltung kollaborierten?
Besuch von "Baby Yar": die Schlucht, in der das größte zusammenhängende Massaker an Jüdinnen und Juden durch die Wehrmacht und SS während des Zweiten Weltkriegs stattfand.
Deutschland– Dresden, Elbsandsteingebirge
März 2022
Aufenthalt in Dresden und im Elbsandsteingebirge: Die Region eignet sich gut, um den Ablauf und die Einbettung der NS-Verbrechen in die Zivilbevölkerung im ruralen Raum aufzuzeigen.
Wanderungen an verschiedenen Orten des Verbrechens, des Widerstandes oder Kriegsgefangenlager.
Thema im Elbsandsteingebirge: historische Aspekte an Orten zu vermitteln, die teils gar nicht oder ungenügend als Gedenkorte markiert sind. Wir wollen diskutieren, wie mit Jugendlichen unsichtbare Geschichte wieder sichtbar gemacht werden kann.
In Dresden: mehrsprachiger AudioWalk zur Verfolgung und Vernichtung von Jüd*innen in Dresden.
Besuch der Gedenkstätte Münchner Platz, welche den Opfern politischer Strafjustiz während des NS und der DDR gedenkt. Thema: unterschiedliche Rezeption der NS-Zeit in unterschiedlichen Epochen und die Frage wie “anknüpfungsfähig” Diskurse aus der DDR und Postsowjet-Staaten für Gruppen mit TN aus verschiedenen Ländern heute noch sind.
Mehrtägiger Aufenthalt in der Burg Hohnstein, die ab März 1933 als frühes Konzentrationslager benutzt wurde.
Partnerorganisationen:

Educat e.V.

Educat e.V. ist ein Kollektiv von Bildungsarbeiter*innen aus Dresden und Berlin, die diversitätsbewusste und kritische Bildung betreiben. Educat e.V. machen Gedenkwanderungen zum antifaschistischen Widerstand in der Region Elbsandsteingebirge.


Website: www.educat-kollektiv.org

Human Constanta

Human Constanta ist eine belarussische Menschenrechtsorganisation. Sie haben sich 2016 in Minsk registriert. Human Constanta arbeiten in drei Hauptbereichen: dem Schutz der Rechte ausländischer Bürger*innen und Staatenloser*innen, der Förderung der Antidiskriminierung sowie der digitalen Freiheiten und Rechte.

Website: https://humanconstanta.by

Political Critique

Politiсal Critique ist ein unabhängiges linkes Medium, das darauf abzielt, kritische Bedeutungen und Erzählungen zu entwickeln und zu verbreiten und die Ideen der Gleichheit bekannt zu machen. Um dies zu erreichen, wenden sie sich drei wichtigen Bereichen zu, nämlich Wissenschaft, Kultur und Politik. In sein Arbeit lehnen Political Critique die Existenz eines „objektiven“ Journalismus ab und bevorzugen stattdessen „Engagement“. Sie geben denjenigen eine Stimme, denen dies heute vorenthalten wird: Mitarbeiter*innen sozial wichtiger, aber nicht angesehener Berufe, Vertreter*innen diskriminierter Gruppen, Aktivist*innen von Basisinitiativen, die diese Welt schrittweise verändern wollen.


Website: https://politkrytyka.org

Trava

Trava ist eine Plattform für politische Bildung mit Sitz in Sankt-Petersburg, Russland, auf der es zusammenarbeitet wird, um herauszufinden, wie die Gesellschaft funktioniert, und um zu lernen, wie Menschen sich selbst organisieren, unabhängig von staatlichen und Unternehmensinteressen sein und kollektive Lösungen für komplexe Probleme finden können.


Website: https://trava.education/


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